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Legendäre Revierteams: Rot-Weiss Essen Deutscher Meister 1955
Der größte Triumph der Vereinsgeschichte
Spieler, Verantwortliche und Schlachtenbummler lassen sich ihre ausgelassene Freude auch nicht durch das anschließend wenig sportliche Verhalten der Walter-Elf nehmen. Hölz, Baßler und Kohlmeyer sind erst nach besonderer Aufforderung bereit, zur Siegerehrung zu erscheinen. Zum anschließenden Bankett kommen die Lauterer mit zweistündiger Verspätung und am gleichen Abend legt der 1. FC Kaiserslautern offiziell Protest gegen die Wertung des Endspiels ein. Der wird jedoch, wie nicht anders erwartet, am nächsten Vormittag als unbegründet zurückgewiesen. Auch die Berufung vor dem DFB-Bundesgericht wird verworfen.
Mit dem sicheren Gefühl, ein verdienter und würdiger Meister zu sein, verlässt die RWE-Delegation am 27. Juni die Stätte ihres großen Erfolges. Schon auf der Heimreise wird der Verein in Oelde, Dortmund und Bochum von den dort ansässigen Klubs, die ihre Freude über den Sieg des West-Teams spontan zum Ausdruck bringen, geehrt.

Hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg: "Boss" Helmut Rahn
„Essen rüstet sich, den Deutschen Meister gebührend zu empfangen“, so lautet die Schlagzeile einer Morgenzeitung, die die Spieler noch in Hannover lesen. Darum sind die Akteure auf einiges vorbereitet. Dass es aber solch ein begeisternder oder besser triumphaler Empfang wird, das kann wirklich niemand ahnen. Tränen stehen den Rot-Weissen in den Augen, als sie aus dem Bahnhof treten. Der Vorplatz ist von einer Menschenmenge überflutet. Man kann sein eigenes Wort nicht mehr verstehen, denn der Jubelschrei der Massen übertönt alles.
Nur mit Mühe können die Gefeierten zu ihren Fahrzeugen gelangen. Der Triumphzug durch Essen beginnt. Im Saalbau gibt es zunächst eine kurze Erholungspause. In seiner Ansprache ruft Oberbürgermeister Dr. Toussaint den Spielern und Offiziellen zu: „Die Stadt Essen ist stolz auf euch, nicht nur weil ihr den Sieg in die Ruhrgebietsmetropole geholt habt, sondern weil ihr den Titel in vorbildlicher sportlicher Haltung erstritten habt. Ihr seid eine würdige Meisterelf.“
Vom Saalbau aus geht die Fahrt nach Bergeborbeck. Menschen jeden Alters und aller Berufsgruppen erwarten beängstigend dicht gedrängt die Ankunft der Mannschaft. Noch nie hat die Stadt eine derart herzliche Anteilnahme der Bevölkerung erlebt, die in unbeschreiblichem Jubel ihre Anhänglichkeit zum Verein und zur Erringung der Deutschen Meisterschaft zum Ausdruck bringt. Am Festzelt gegenüber dem Stadiongelände ist die einmalige Fahrt beendet. Mühsam bahnen sich die Spieler einen Weg ins Zelt, wo eine lange Nacht beginnt.
Mehr legendäre Revierteams gibt es im "Der Pott ist rund. Das Lexikon des Revierfußballs" zu lesen





