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26.07.2008 Druckversion | Versenden

DSB: Schütze Eckhardt vor der Abreise nach Peking

Olympia-Finale im Visier

Die olympischen Spiele werfen ihre Schatten voraus. Dies spürt insbesondere der Sportschütze Maik Eckhardt am gestiegenen Medieninteresse der letzten Tage. Zwischen seiner Tätigkeit als Unternehmer in seiner Ausrüstungsfirma für Sportschützen, den zahlreichen Teilnahmen bei den Weltcups in Rio de Janeiro, Mailand, München und Peking und dem wöchentlichen Training findet Eckhardt noch Zeit, die wissbegierigen Journalisten ausführlich über sich und seine Sportart zu informieren.



Die Qualifikation für Peking bedeutet nach Atlanta, Sydney und Athen die vierte Olympia-Teilnahme. „Inzwischen ist es natürlich schon anders als 1996. Die Euphorie war damals riesengroß, jetzt freue ich mich einfach auf das Ereignis und den Wettbewerb.“

Zur Person:
Maik Eckhardt, geb. am 4. Juni 1970, Trainer: Heinz Reinkemeier, Claus-Dieter Roth, Vereine: BSV Buer-Bülse, SG Schifferstadt, SSC Meckenheim, ST. Hubertus Elsen, Erfolge: drei Olympia-Teilnahmen, Weltcup-Sieger: 1992, 1998, Weltcup-Zweiter: 1998, Deutscher Meister: 1992, 1994, 1995, 1996, 1998, 1999, 2000, 2002, 2003, 2004


Die Ergebnisse der laufenden Saison bescheinigen dem 38-Jährigen durchaus gute Chancen für die Finalläufe im Liegendschießen (15. August) und im Dreistellungskampf (17. August). „Erstes Ziel ist natürlich die Vorkämpfe zu überstehen. Dafür ist ein guter Wettbewerb nötig. Erst danach kann ich mir Gedanken über eine Medaille machen. Dafür brauche ich aber viel Glück und es hängt wie immer davon ab, wie die anderen schießen. Olympia sucht den Tagesbesten, nicht den Weltbesten. Entscheiden werden Lauf und Kugel“, spricht Eckhardt die Bedeutung der Ausrüstung und die damit verbundene große Leistungsdichte im Gewehrschießen an.
Eckhardt und sein Familienunternehmen sitzen dabei in der Zwickmühle.

Um auf dem sehr kleinen Markt überhaupt erfolgreich sein zu können, lebt MEC vom gesammelten Know-How und Innovationen, von denen nicht nur Eckhardt profitiert. „Maik ist vermutlich der Einzige bei Olympia, der auch noch seine unmittelbare Konkurrenz ausrüstet“, macht Eckhardt Senior auf die paradoxen Verhältnisse aufmerksam. In der Tat sind gerade auch die Mitstreiter bei Olympia oft am Equipment und den neuesten Entwicklungen von MEC interessiert. Und so ordern Schützen aus der ganzen Welt Teile ihrer Ausrüstung bei der Dortmunder Firma. Es kann also durchaus vorkommen, dass Eckhardt in Peking im wahrste Sinne des Wortes mit seinen eigenen Waffen geschlagen wird.

Eine der gefragtesten Komponente ist „mark I“, ein fortschrittliches Schaft-System, das 2006 von Eckardt und Co. auf den Markt gebracht wurde. Derzeit wird an einem neuen Riemen getüftelt, der als Prototyp für Eckhardt bereits im August zum Einsatz kommen wird, während die Serienproduktion hierfür noch nicht absehbar ist. Neben solchen Technologie-Vorsprüngen durch die Eigenfertigung erlaubt die berufliche Selbstständigkeit den nötigen Freiraum für Turniere. „Es wäre in einem anderen Job sicher keine Selbstverständlichkeit sich so häufig frei nehmen zu können, bei über 40 Werktagen, die ich im Jahr für Weltcups unterwegs bin“, weiß der Schütze des BSV Buer-Bülse zu schätzen.

Den Anreiz zum Sportschießen erlangte er ebenfalls über die Familie. „Ich denke, dass die Leidenschaft durch meinen Vater, der selbst geschossen hat, entfacht wurde. Zunächst war ich aber vielmehr nur für das Wechseln der zerschossenen Scheiben zuständig. Mit zwölf Jahren habe ich beim SSV St. Hubertus Elsen in Paderborn begonnen, vier Jahre später bestritt ich dann meine ersten Wettkämpfe für die Junioren-Nationalmannschaft.“

Inzwischen hat er stattliche 13 Titel bei Deutschen Meisterschaften und 1992 sowie 1998 Siege beim Weltcup errungen, was ihn zu einem der erfolgreichsten Schützen in Deutschland avancieren ließ. Vielleicht kann diese stolze Sammlung mit dem ganz großen Wurf in Peking gekrönt werden. Dann wird Lebensgefährtin Christiane Klöckner mitten in der Nacht mit Freunden gemeinsam die Wettkämpfe verfolgen und ganz fest die Daumen drücken.

sts/ck



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