Goalball: Eine der faszinierendsten Sportarten für Blinde
Paralympisch seit 1976
Als der Österreicher Hans Lorenzen und der Deutsche Sepp Reindle Goalball entwickelten, konnten sie noch nicht ahnen, welchen Beliebtheitsgrad ihre Idee einmal erreichen würde. 1946 wurde der 1.250 Gramm schwere und mit Glocken gefüllte Ball erstmals ins Spiel gebracht. Ziel der Erfinder war es zunächst, Kriegsinvaliden, die ihr Augenlicht gänzlich oder zum Teil verloren, eine Möglichkeit zur sportlichen Betätigung und Ablenkung zu bieten. Das Spielfeld beim Goalball ist 9 x 18 Meter groß, was den Maßen eines Volleyballfeldes entspricht.
Im Spiel geht es für die jeweils drei Akteure pro Mannschaft darum, den „Klingelball“ in das gegnerische Tor zu befördern. Dieses umfasst die gesamte Breite des Feldes und ist 1,30 Meter hoch. Die Spieler dürfen sich nur in ihrer eigenen Hälfte aufhalten, die Teams wechseln sich mit den Würfen ab. Dies muss als Aufsetzer geschehen, da der Ball in der Luft nicht zu hören und seine Flugbahn sonst nicht einzuschätzen wäre.
Alle drei Verteidiger dürfen den Ball mit dem ganzen Körper abwehren. Die Spieldauer beträgt zweimal zehn Minuten, ein Team darf nicht länger als zehn Sekunden im Ballbesitz bleiben. Ebenso verbieten die Regeln, dass ein Spieler öfter als zweimal hintereinander wirft. Um Chancengleichheit auch bei unterschiedlich schweren Sehbehinderungen zu gewährleisten, tragen alle Aktiven eine undurchsichtige Brille.
In Deutschland erlebt Goalball als organisierter Wettbewerb immer noch einen Aufschwung, obwohl es bereits seit geraumer Zeit Deutsche Meisterschaften gibt. Den Höhepunkt im Goalball bildet neben der Weltmeisterschaft insbesondere das paralympische Turnier - seit 1976 ist die Sportart in dessen Katalog aufgenommen.
Christopher Weckwerth





